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Klaus H. Kiefer (Hg.): Die visuelle Wende der Moderne

Klaus H. Kiefer, Hrsg.
Die visuelle Wende der Moderne
Carl Einsteins Kunst des 20. Jahrhunderts

München: Wilhelm Fink 2003
317 S., Kart.
39,90 Euro

Der von Saussure eingeleitete "linguistic turn" führte nicht nur eine Präzisierung der Geisteswissenschaften herbei, sondern verengte auch deren Horizont. Dass die ästhetische Moderne aber ursprünglich und in erster Linie durch Malerei und Plastik geprägt war, bezeugt schon Carl Einsteins Kunst des 20. Jahrhunderts, die 1926 in erster Auflage erschien. Diesem am Werk von Picasso, Braque u.a. exemplifizierten "iconic turn" entspricht auch der Stil des Einsteinschen Werks, das einen eigentümlichen Kompromiss zwischen avantgardistischem Manifest und Konventionen der Kunstgeschichtsschreibung eingeht. Dass damit "absolut Endgültiges über die Kunst unserer Zeit" gesagt war, bestätigt Einstein der Pariser Kunsthändler Kahnweiler schon bei der Erstausgabe. Die bedeutendste Kunstschrift der Moderne wird aus der Sicht ihrer Leitbegriffe, der praktizierten Stil- und Wertungsverfahren und der behandelten Künstler und Kunstrichtungen erhellt.